Donnerwetter

Donnerwetter
Alles geben, auch im Wahlkampf. Bild KI generiert mit Google Gemini 2.0 Flash

Von Falschen, Fernsehern und Furien

Bin ich auch nur ein Mensch?

Manchmal platzt einem schon der Kragen. Bin halt auch nur ein Mensch. Wenn einem etwa nach einer toll organisierten und sehr sachlichen Podiumsdiskussion in der Reichelsheimer Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) auf der Plattform abgeordnetenwatch.de unterstellt wird:

„Herr Zeuner, Sie haben auf dem Podium an der Reichelsheimer GAZ-Schule wie selbstverständlich den Begriff „Rasse“ für Menschen verwendet. „

Eine glatte Lüge meine ich voll Entzürnung erwidern zu können. Natürlich kann ich mich nicht mehr an jedes einzelne Wort erinnern, dass ich dort auf dem Podium gesagt oder nicht gesagt habe. Auf Nachfrage bei Zuhörern wird mir aber meine eigene Erinnerung bestätigt. Dass ich zwar, wie immer, diese „FDP-Dinge“ gesagt hätte, bei denen alle zusammenzucken (hihihi), aber von „Rasse“ hätten sie nichts gehört. Nun ist es auch so, dass es bei der Diskussion überhaupt keinen Zusammenhang gab, bei dem man, ich, halbwegs sinnvoll diesen Begriff als „Synonym für Menschen“ hätte verwenden sollen bzw. können. Der Verdacht beschleicht einen, dass es hier mehr darum geht, eine sachliche Diskussion im Nachhinein durch falsche Behauptungen zu verleumden. Schade. Ärgerlich. Aber, warum soll es mir besser gehen, als dem Bundesvorsitzenden der FDP im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Da war schon vor der Veranstaltung klar, wo es hingehen soll.

Schnauze voll vom ÖRR

Das deutsche Staatsfernsehen hat den Namen „Öffentlich-Rechtlich“ wirklich nicht mehr verdient. Es ist beim besten Willen nicht mehr zu übersehen, dass ich 18,36 EUR im Monat für 24 Stunden Grünen- und SPD-Werbung bezahlen muß. Es klingt wie Donnerhall in meinen Ohren, wenn das Gespräch so beginnt: „Du, Mathias, warum soll denn irgendjemand noch FDP wählen? Ich habe gestern im Fernsehen gesehen, wie gut das mit der Energiewende in Deutschland funktioniert. Wie toll Habeck die deutsche Wirtschaft transformiert hat. Die haben da dieses tolle Stahlwerk mit Wasserstoff in Bremen…“. Mit „im Fernsehen“ ist natürlich ARD und ZDF gemeint. Der Einwand, dass die Stahlwerker sich halt deswegen so freuen, weil ihre Arbeitsplätze mit unserem Steuergeld gekauft wurden, während ich Rentnern am Wahlstand erklären muss, warum der Staat sie im Stich läßt - das wurde möglicherweise in der Hektik, in der Aufregung um Huldigungen für den Herrn Habeck übersehen. Aber, ich will eigentlich auf die Sendung: „Schlagabtausch“ des ZDF zu sprechen kommen.

Wer die Sendung gesehen hat, hat natürlich bemerkt, dass nicht unmittelbar als grün-links zu identifizierende Personen, Positionen und Äußerungen vom Publikum maximal mit eisigem Schweigen, notfalls mit Ablehnungsbekundungen bedacht wurde. Gefreut, geklatscht wurde nur, wenn irgendwas mit Habeck war. Soweit so gut, man ist das gewohnt als Liberaler. Niemand will gerne die Wahrheit hören, dieses ewige Gezanke. Schöner ist es, wenn man vom Küchentisch aus mit Dackelblick angesehen wird. Oder wenn die Linken einem sagen, wie einfach die Welt wirklich ist. (Arbeit, Wohnen, Bratwurst - alles in Butter wenn Linke regieren. Warum erfahre ich das erst jetzt?)

Wie gesagt alles ok. Bis man erfährt, dass das ZDF das Publikum bewußt so gecastet hat. Mehr noch. Um eben genau das Leugnen zu können, wird geschwind behauptet, man hätte ja auch bei der FDP nahen Friedrich Naumann Stiftung nach Publikum gefragt. Eine glatte Lüge, wie die FNS betont. Was solls, war ein Versehen. Ja Donnerwetternochmal, das kann doch nicht die Normalität in Deutschland 2025 sein?

Semantik

Immerhin, obwohl ja die Zwangsversorgten was anderes behaupten - es gibt auch noch freien Journalismus in Deutschland: Die „Welt“ berichtet über meinen Beitrag zum Donnerwetter, das die Frauenrechtsaktivistin Rona Duwe mit der Initiative „Was ist eine Frau“ gerne lostreten würde.

Der Artikel von Frau Janne Hoppe in der „Welt“ ist aufschlußreich. Interessant, was ich da erfahre. Meine Bemühungen, den Feministinnen zu antworten, waren zwar nicht singulär, aber doch wohl eine Seltenheit unter den Anwärtern auf ein Bundestagsmandat in Deutschland. Immerhin 41 Parteien bewerben sich um einen Sitz im Parlament. Die Anzahl der Kandidaten wird mit 4.506 angegeben. Laut Welt würdigten aber nur knapp 90 davon die Frage: „Was ist eine Frau“ mit einer Antwort. Zitat:

„12 Politiker von der CDU und 11 von der FDP beteiligten sich. Die restlichen zwei Drittel der Antworten entfallen auf AfD (20), Werteunion (2), Freie Wähler (19), Volt (2), Bündnis Deutschland (4) und Die Basis (18)“

Das sind zwei Prozent. Haben die anderen dazu keine Meinung? Wurden von Emma nur 100 befragt? Die Grünen hatten wohl regelrecht Angst, sich dem Zorn der Furien, Entschuldigung, Feministinnen auszusetzen. Zitat:

„Eine Grünen-Bundestagskandidatin erklärte einem E-Mail-Verteiler: „Achtung, das ist eine Falle!!!!! Nicht beantworten!!!!!!“ Ein anderer Grüner warnte: „Das hier machen wir nicht. Dahinter steckt ein transfeindliches Netzwerk.“

Gut, das Schlottern der grünen Hasenfüße ist zwar erbärmlich, irgendwie unmännlich (Smiley). Aber, nicht völlig grundlos, wie ich im Nachhinein sagen kann. Die Rohheit, das Schulhofniveau, mit dem die Anhänger Duwes die Rechte und Bedürfnisse einer Minderheit von Transsexuellen in Deutschland behandeln, als pervers abtun, ist beängstigend. Die entsprechende Twitterdiskussion wider das Selbstbestimmungsgesetz erinnert argumentativ mehr an einen mittelalterlichen Hexenprozess als an eine aufgeklärte Diskussion des 21. Jahrhunderts. Schauerlich.

Aber: Das eigentliche Armutszeugnis ist doch, wie wenig gerade Bewerber der Grünen und der SPD zu diesem Thema zu sagen haben. Oder, wir wissen es, wie feige man dort ist, sich zur Meinung zu bekennen. Auch die Partei von Friederich, dem großen Sprecher, die CDU, ist nicht gerade als mutig aufgefallen. Ein Schelm, wer da eine gewisse Konfliktscheu bei langjährig auf den hinteren Bänken des Reichstags vergammelnden, Entschuldigung, versammelten Volksparteilern vermutet. Oder deren unbemerktes politisches Ableben.

Donnerwetter. #JetztFDP.